Selbstverständnis

Das Ziel unserer Gruppe ist es vor allem, aus einer linken Perspektive über politische Kämpfe im chinesischen Raum zu informieren und Diskussionen dazu innerhalb der lokalen Linken anzuregen, daher der Name „Left Echo“. In der Beschäftigung mit Kämpfen von unten wollen wir nach Möglichkeiten suchen, uns mit Aktivist*innen in China zu solidarisieren und andererseits das verzerrte Bild der chinesischen Gesellschaft aufzubrechen, das von den meisten westlichen Medien gezeichnet wird. Die Gruppe entstand ursprünglich als „Leipzig stands with Hong Kong“ unter dem Eindruck der 2019 entstandenen Protestbewegung, mit dem Vorhaben, über die Demokratiebewegung in Hongkong zu informieren und diese zu unterstüzen. Da sich der regionale Fokus unserer Arbeit aber geweitet hat und wir allgemein an emanzipatorischen Kämpfen im chinesischen Sprachraum interessiert sind, haben wir uns entschieden, unsere Ausrichtung mit einem neuen Namen zu unterstreichen. Wir lehnen Nationalismus, insbesondere Ethno-Nationalismus ab, ebenso wie Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Klasse, Aussehen, Religion, sexueller Orientierung und Identität.  Wir streben in unserer Gruppe einen diskriminierungsfreien Raum an, in dem wir uns nach unseren Möglichkeiten entfalten können. Das bedeutet auch, dass wir unsere eigenen sozialen Positionen kritisch hinterfragen und uns mit anerzogenen Verhaltenmustern auseinandersetzen.Wir erkennen, dass die Ungerechtigkeiten dieser Welt in Kapitalismus, Autoritarismus, Imperialismus, Rassismus und Sexismus begründet liegen und wollen den Machtmechanismen, die sich im chinesischen Raum und hier manifestieren, eine linke Perspektive entgegensetzen, und diese in Leipzig und online publik machen. Wir sind emanzipatorischen Bewegungen gegenüber solidarisch und arbeiten darauf hin ihnen Aufmersamkeit zu verschaffen, seien es Arbeitskämpfe, feministische Kämpfe,  umweltaktivistische Kämpfe, antiautoritäre Bewegungen oder Bewegungen gegen die Unterdrückung der verschiedenen ethnischen Minderheiten. Dabei wollen wir auch die Rolle Deutschlands und der EU in den o.g. Problematiken reflektieren und aufzeigen, wie westliche Länder von Unterdrückung und Ausbeutung in China profitieren und daran beteiligt sind. Damit wollen wir einerseits den weit verbreiteten geopolitischen und systemischen Rivalitätsnarrativen entgegenwirken. Gleichzeitig wollen wir dadurch Narrative, die das Regime der Kommunistischen Partei Chinas romantisieren oder verharmlosen, entkräften. Es ist uns ebenfalls ein wichtiges Anliegen, ein diverses Bild der chinesischen Gesellschaft zu zeichnen. Dies ist vor dem Hintergrund einer medialen Darstellung notwendig, welche zum Teil rassistische Vorstellungen reproduziert. Die Reduzierung der Menschen auf bedingungslos regierungstreue Subjekte eines autoritären Regimes erzeugt ein übersimplifiziertes Bild der chinesischen Gesellschaft und leistet rassistischen Vorstellungen Vorschub. Unser Ziel ist es, Menschen in Leipzig und online für chinabezogene Themen zu sensibilisieren und Informationen und Originaltexte in deutscher Sprache zugänglich zu machen, damit eine kritische Sicht auf diese Thematik ermöglicht wird. Dafür möchten wir vielfältige Möglichkeiten nutzen wie Kundgebungen, Demonstrationen, Gespräche mit Expert*innen, Filmvorführungen, Übersetzungen von Texten und Blogs von Aktivist*innen vor Ort.